Die Entwicklung von E-Government ist ein kontinuierlicher Prozess, der Strategie, Portfoliomanagement und Architektur umfasst. Dieses Vorgehen besteht aus sukzessiven Schritten, für die in gleichem Sinn eine Bewertung der Wirkung vorgenommen werden muss.
Die Verwaltung des Portfolios der E-Government-Vorhaben in der Schweiz erfolgt auf verschiedenen Ebenen (Bund, Kantone und Gemeinden, wobei sich die konkrete Ausgestaltung sowohl je Ebene als auch innerhalb einer Ebene (z.B. zwischen Gemeinden) unterscheiden kann. Die Unternehmensarchitektur ist eine unverzichtbare Disziplin, wenn es darum geht, die fachlichen und technologischen Anforderungen zu bewerten, die zur Erreichung strategischer Ziele erforderlich sind. Sie ermöglicht es, den Ist-Zustand zu analysieren, einen Soll-Zustand zu entwerfen und iterative Arbeitspakete zu entwickeln, um diese bis zum Erreichen des Zielzustandes voranzutreiben. Es geht allerdings nicht nur um die Beschreibung von aktuellen und zukünftigen Architekturmodellen, sondern auch um eine Governance, die für die Definition von Architekturprinzipien, Best-Practice-Modellen, Change-Management-Prozessen und die Überwachung der Ergebnisse der verschiedenen E-Government-Projekte notwendig ist. Es ist eine Disziplin, die darauf abzielt, Fragen im Zusammenhang mit Veränderungen in Organisationen ganzheitlich anzugehen, um eine globale Optimierung auf Kosten einer lokalen Optimierung zu erreichen.
Heute wird die Architektur jedoch lokal in Projekten angewandt und hat keine zentrale Verankerung. Somit gibt es kein strukturierendes "Bindemittel" zwischen den strategischen Zielen und dem Projektportfolio.
Wie kann in einer solchen Situation überwacht werden, ob ein Projekt die Ziele erfüllt? Wie können die Auswirkungen von Änderungen in Projekten auf die strategischen Ziele sowie die Zielarchitektur bewertet werden? Und wer entscheidet über die Legitimität dieser Änderungen? Wie kann ein übergreifendes Sicherheitskonzept für alle Projekte erstellt werden, um einen integralen Zusammenhalt in Sicherheitsfragen zu gewährleisten? Ist der Mehrwert der Unternehmensarchitektur ausreichend verstanden, um sie für das gesamte E-Government der Schweiz in Betracht zu ziehen?
Das Zusammenspiel von Strategie, Architektur und Umsetzungsprojekten (Projektportfolio) im Rahmenwerk der Architekturvision ist in der untenstehenden Abbildung schematisch dargestellt. Im Rahmen der Strategie werden mögliche Soll-Architekturen an der Architekturvision ausgerichtet und bewertet. Ein Abgleich der favorisierten Soll Architektur aus dem Strategieprozess und den bestehenden Strukturen bzw. der historisch gewachsenen Architekturen lässt das umzusetzende Delta für die Umsetzung der Entwicklung abschätzen. Daraus wiederum lässt sich ein geeignetes Vorgehen für die Umsetzung der gewählten Soll-Architektur bestimmen. Die Soll-Architektur wird im Rahmen von Projekten umgesetzt, die sich im Projektportfolio wiederfinden.